Ohne Titel
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Fred Thieler

"Ohne Titel", 1996

Acryl auf dickem Büttenpapier

69 x 50 cm / gerahmt 100 x 80 cm

unten rechts signiert, datiert
rückseitig datiert, signiert

N4954


Über das Werk

- ausgeliehen an die Galerie Ostendorff, Münster -
  
Wie eine gewaltige Farbexplosion in kosmischen Weiten erscheint die Komposition „OhneTitel” von Fred Thieler. Mit dynamisch-expressiver Bildsprache hat der Künstler Farbwolken, Schlieren und Rinnsaale, harte Übergänge und sanfte Verläufe, transparente Überlagerungen und vehemente Durchdringungen, schroffeHell-Dunkel-Kontraste und subtile Valeurs, offene Partien und massiv verdichtete Zonen ausdrucksgeladen in Szene gesetzt. Dem Betrachter begegnet ein schwebendes Farb-Raum-Kontinuum glühender Blau- und Rottöne, das aus der sichtbaren Aktion des heftigen Malprozesses herauss eine lebhafte Wirkung gewinnt.
Geboren 1916 in Königsberg und 1999 in Berlin gestorben, gehörte Fred Thieler zu den bedeutendsten Vertretern der informellen Malerei in der deutschen Kunstgeschichte nach 1945. Nach einem 1937 begonnenen Medizinstudium und anschließendem Arbeits- und Militärdienst wandte sich Thieler 1946 der Kunst zu und studierte bis 1950 an der Münchner Akademie. Kontakte zur deutschen und internationalen Avantgarde bestanden ab 1948 zu Künstlern der Gruppe„ZEN49” in München und ab 1951 zu Hans Hartung, Serge Poliakoff und Pierre Soulages in Paris. 1953 wurde Thieler Mitglied der „NeuenGruppe” in München, von 1959 bis 1981 wirkte er als Professor für Malerei an der Hochschule der Bildenden Künste in Berlin. Nach eigener Aussage wollte Thieler die „Impulse meines Lebens: Anregungen wie Depressionen, Intuition wie berechnende Überlegungen, Reaktionen von Einzelerlebnissen wie Erlebnisketten, malend aufzeigen”. Ziel seiner Kunst ist die freie, völlig ungehemmte Entfaltung von Farb- und Formenergien auf der Bildfläche. Dabei experimentierte er mit den Eigenheiten der Maltechnik und nutzte deren spezifische Ausdrucksqualitäten zur Steigerung der Bildaussage. Ausgelotet wird der von allem Dinglichen radikal losgelöste Eigenwert der Farbe. Durch vielfaches Drehen des Bildträgers während des Malvorganges erzielte Thieler unterschiedlichste Ausrichtungen und Ausdehnungen der aquarellhaft anmutenden Farbmaterie auf dem Papier. Gemäß der Maxime der informellen Kunst ist die spontane, elementare Ausdrucksgeste zentrale Motivation und eigentliches Thema der Bildschöpfung. Betont ist der reine, emotional gesteuerte und ekstatisch wirkende Schaffensakt. Auch in den späten Werken von Thieler, zu denen die vorliegende Arbeit zählt, bleibt die enorme Energie des Malvorganges eindrucksvoll spürbar. Beschworen werden raumdynamische Abläufe und dramatische Spannungsfelder, die trotz der extremen Motorik der malerischen Impulse im Augenblick ihrer Gestaltwerdung wie eingefroren erscheinen. Das Ergebnis sind immaterielle Strukturen, die eine kraftvoll-sinnliche Atmosphäre entstehen lassen.
(Andreas Gabelmann)


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