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Ruhe auf der Flucht I

Ernst Barlach

"Ruhe auf der Flucht I", 1921

Bronze

18,2 x 15 x 6,5 cm

an der Seite rechts signiert "E Barlach"
Gießerstempel "H. NOACK BERLIN"
Auflage: 20 nicht nummerierte Exemplare, Guss nach 1939
Expertise Ernst Barlach Lizenzverwaltung, Ratzeburg
WVZ: Elisabeth Laur, Ernst Barlach, Das plastische Werk (Band II), Ernst Barlach Stiftung Güstrow, 2006,
WVZ-Nr. 340 mit Abb. S. 177.

N9087

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Über das Werk

Barlach formulierte in einer Korrespondenz über sein Drama "Der Findling", er wünsche sich keine Aktualität (nur) für den Beginn der 1920er Jahre, "... sondern mehr eine solche für alle Welt zu jeder Zeit".(1) Die "Ruhe auf der Flucht" gehört zum großen Kreis derjenigen Arbeiten, die sein erfolgreiches Streben nach Überzeitlichkeit mustergültig belegen. Die Nähe zur traditionellen Motivik in der frühneuzeitlichen religiös orientierten Malerei in Deutschland (zum Beispiel 'Meister der Donauschule', Lucas Cranach, Joachim Patinir usw.) tritt in der begleitenden Vorzeichnung hervor. Dort wird der Gruppe der Innehaltenden ein Reittier zur Seite gestellt. In der plastischen Ausformung verzichtet der Künstler auf dieses erzählerische Attribut, schafft so eine archaische anmutende Situation aus einfachsten Mitteln: in einer plastischen Vorfassung gibt es lediglich einen konkaven Schutzraum mit Frau und Kind, die durch den fehlenden Blickkontakt zum Betrachter spürbar für sich bleiben. Wer länger hinschaut, sieht aber links im Vormodell bereits zwei Füße und macht den Saum eines Gewands aus, Keime späterer Entfaltung des zugrundeliegenden Motivs. In der weiterführenden Durchdringung des Tonmodells arbeitet Barlach auf der linken Seite eine männliche Gestalt heraus, die eine große Decke hinter der Gruppe enthüllt.
Mit dem Weglassen des Tieres, das - nach der Überlieferung - zur Flucht nach Ägypten beiträgt, erweitert sich die Aussage vom eher christlich limitierten Kontext ins Universelle; die eindeutig religiösen Bezüge treten in den Hintergrund. Dargestellt wird jetzt primär die Fürsorge eines Mannes für Frau und Kind in karger Zeit (die Flucht erfolgt barfuß), zeitloses Sinnbild für den Schutz, den die Familie bieten kann. Das Hinterfangen der Zweiergruppe schafft Tiefenräumlichkeit, lässt dabei den Schutzcharakter der Höhlung unangetastet. Das Hochhalten des Tuchs geht einher mit einer gleichermaßen optisch motivierten wie gedanklich erschließbaren "Zuneigung". So wird kräftespendendes Innehalten auf unsicherer Wegstrecke überzeugend sichtbar, in der hier vorliegenden kleinformatigen Fassung noch stärker spürbar als im später entstandenen Holz.
(1) Briefe II, S. 603
(Horst Müller)


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