Die Schattige

Paul Klee

"Die Schattige", 1939

Aquarell auf Japanpapier, montiert auf Karton

Abbildung 29,5 x 20,8 cm / gerahmt 60 x 52 cm

oben Mitte signiert "Klee",
auf dem Karton unten Mitte datiert, bezeichnet
"1939 E die Schattige"
Fotoexpertise Paul-Klee-Stiftung, Kunstmuseum Bern,
1996WVZ Bd. 8, Nr. 8180, S. 222 mit Abbildung

- mit Modellrahmen -

N9110

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Über das Werk

„Diesseitig bin ich garnicht faßbar”, formulierte Paul Klee (1879-1940) sein künstlerisches Credo, das auf das „Sichtbarmachen des Unsichtbaren” abzielte. Ausgehend von den Eigengesetzlichkeiten der gestalterischen Mittel entwickelte er seit Mitte der 1910er Jahre eine individuelle Bildwirklichkeit, in der sich dem Betrachter phantasievoll-träumerische Welten eröffnen, geprägt durch zeichenhaft abstrahierte Formen, leuchtende Farben und dynamisch bewegte Lineaturen. Zeitlebens suchte Klee nach einer neuen, autonomen Freiheit des künstlerischen Ausdrucks, jenseits des Bekannten und Vertrauten der äußeren Realität. Sein Wille zur geistigen Durchdringung des Gesehenen und Erlebten, zum Erkunden verborgener Innenwelten und zum Agieren aus gesteigerten seelischen Empfindungen heraus vermittelt sich exemplarisch in dem Aquarell „Die Schattige”, das Klee ein Jahr vor seinem Tod schuf und das damit zu den spätesten Arbeiten des Künstlers gehört. Im Jahr 1939 hatte der seit 1933 als „entartet” diffamierte und seit 1935 schwer erkrankte Künstler seine Produktivität noch einmal enorm gesteigert und knapp 1300 Werke geschaffen, mehr als jemals zuvor. Eindrucksvoll offenbart das ausdrucksstarke Aquarell die ungebrochene Schaffensfreude des Malers. Flächenreduzierte Farbzonen in strahlend-transparentem Kolorit werden von schwingenden Konturlinien umflossen, so daß sich ein ebenso sinnlich-subtiles wie lebhaft-expressives Farbenspiel entfaltet. Der konkrete Bildtitel „Die Schattige” erlaubt eine motivische Lesart des Dargestellten. So wird in der linken Bildpartie ein violetter Kopf erkennbar, der mit großen Augen den Blickkontakt zum Betrachter sucht. Die übrigen Bildteile changieren in assoziationsreichen Dimensionen zwischen Figürlichem und Landschaftlichem. Eine spielerisch anmutende Offenheit und gleichsam kindlich-naiv wirkende Formvereinfachung bestimmen die typische Bildsprache Klees: Konzentration auf elementare Grundformen und das Wechselverhältnis zwischen Fläche und Raum, auf die Harmonien zwischen Farbe und Linie, auf die Spannung zwischen Ruhe und Rhythmus. Beschworen wird eine parallele Wahrnehmungsebene zur Wirklichkeit, in der sich das Gezeigte zu einer geheimnisvollen Zeichensprache transformiert und das Sujet seinen ganz eigenen, stillen Zauber entfaltet. Beispielhaft zeigt das farbenfrohe und formenreiche Blatt Klees Streben nach dem Ursprünglichen und Unverbildeten in der schöpferischen Äußerung. Die Arbeit reflektiert damit Grundwerte der expressionistischen Bewegung und deren Schlagworte wie Verwandlung, Erneuerung, Steigerung teilen sich dem Betrachter unmittelbar mit.
(Andreas Gabelmann)

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