Milchsterne
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Karl Schmidt-Rottluff

"Milchsterne", 1965

Aquarell und Tusche auf Papier

70,1 x 50 cm / gerahmt 103 x 86 cm

signiert, datiert, nummeriert
registriert im Archiv der Karl und Emy
Schmidt-Rottluff Stiftung, Berlin

- mit Modellrahmen -

N9154

Nicht mehr im Angebot

Über das Werk

Vor nuancenreich spiegelndem Hintergrund ragen die blühenden Zweige des Milchsterns aus einer orangefarbenen Vase empor und entfalten ihre leuchtend weißen Blüten wirkungsvoll in der oberen Bildhälfte. Flankiert wird dieses bildbeherrschende Motiv von einer im linken Vordergrund platzierten kleineren Vase mit großen roten Blüten. Im künstlerischen Gesamtwerk von Karl Schmidt-Rottluff behauptet das Thema Stillleben eine zentrale Stellung als gestalterisches Experimentierfeld. Seit seiner Zeit als Mitstreiter der expressionistischen Künstlergruppe „Brücke” gehört diese Bildgattung - neben Landschaft, Figur und Bildnis - zu den durchgängig bevorzugten Sujets, denen sich der Maler in Gemälden, Aquarellen, Zeichnungen und druckgrafischen Arbeiten immer wieder widmete. Die konzentrierte Beschäftigung mit der stillen Welt der ruhenden Dinge, mit denen sich Schmidt-Rottluff auch in seinem persönlichen Lebensraum gerne umgab, sowie die Faszination für die spezifische Ausdruckskraft der beobachteten Gegenstände und ein stetiges Ringen um neue kompositorische Spannungen prägt das reichhaltige Stillleben-Werk des Künstlers. Insbesondere im Medium des Aquarells fand Schmidt-Rottluff das ideale Ausdrucksmittel, um Wesen und Wirkung seiner Sujets mit intensiven Farbsteigerungen und flächenreduzierter Formauffassung nachzuspüren. Das vorliegende, 1965 entstandene Blatt „Milchsterne” gehört zum Spätwerk des Malers, der nach 1945 unbeirrt vom internationalen Siegeszug der Abstraktion am konkret Gegenständlichen festhielt und mit seiner konsequent entwickelten Bildsprache auf die reine, sinnliche Kraft der unmittelbar gesehenen und expressiv verarbeiteten Farben und Formen vertraute. Als typisch für die späten Aquarelle der 50er und 60er Jahre dürfen gelten: lineare Rhythmisierungen der Flächen durch lebhaft bewegte Konturierungen mit schwarzer Tusche, organische Entfaltung der Farben mit vielfachen Verläufen und Überlagerungen, klarer struktureller Aufbau, der sowohl Verdichtungen als auch Transparenzen von leeren und gefüllten Bildräumen spannungsreich aufs Blatt bannt. Generell sind die Darstellungen von einer lichthaltigen Leichtigkeit und starken Lebendigkeit erfüllt. Charakteristisch ist zudem die besondere Vorliebe für üppige, locker arrangierte Blumenmotive, die im eng gefassten Bildausschnitt mit leuchtender Farbenergie wirkungsvoll zur Geltung gebracht sind. Zunehmende Beschwerlichkeiten des Alters führten 1970 zur Aufgabe der umfangreichen Beschäftigung mit der Aquarellmalerei. Die bereits 1914 formulierte, ganz auf das spontane Seherlebnis abzielende Maxime, „das zu fassen, was ich sehe und fühle, und dafür den reinsten Ausdruck zu finden”, blieb bis ins hohe Alter das unermüdlich verfolgte Bestreben von Karl Schmidt-Rottluff.
(Andreas Gabelmann)

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