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Frierende Alte

Ernst Barlach

"Frierende Alte", 1937

Bronze

23,9 x 16,7 x 19,2 cm

auf der linken Seite hinten signiert: "E Barlach"
auf der linken Seite hinten Gießerstempel:
"H. NOACK BERLIN"
Auflage: 15 nicht nummerierte Exemplare,
keine Lebzeitengüsse, Guss 1980er Jahre
WVZ: Elisabeth Laur, Ernst Barlach, Das plastische Werk (Band II), Ernst Barlach Stiftung Güstrow,
2006, WVZ-Nr. 608 mit Abb. S. 268.

N9166


Über das Werk

Das Modell der Figur "Frierende Alte" ist offensichtlich auf einer Drehscheibe entstanden: Aus immer neuen Blickwinkeln hat der Künstler die intendierte Aussage und den Körpergestus überprüft und das Aussagemaximum in den Blick genommen.
Sich ducken, wenig Angriffsfläche zu bieten war Mitte der 1930er Jahre nicht einfach für den zunehmend bedrängten Künstler. Finanziell schon lange nicht mehr komfortabel abgesichert, blieb die Aussicht auf Rückzug und beschauliche Existenz am Güstrower Inselsee eine sehr brüchige Hoffnung; die Realität sah anders aus. 1937 weiß Ernst Barlach, dass sein Credo: "Zur Kunst gehören immer zwei: einer, der sie macht, und einer, der sie braucht" zu einem bloßen Wunsch geronnen ist. Massive Anfeindungen, die Entfernung der meisten seiner Ehrenmale an öffentlichen Standorten, mannigfaltige Zurücksetzungen und Demütigungen haben ihre zermürbende Wirkung entfaltet (Barlach spricht in einem Brief vom langsamen Erdrosseltwerden: 'Garottierung').
Formal reagiert der Künstler mit einem optisch nachvollziehbaren In-sich-Gehen. Er gestaltet kaum noch raumgreifende Plastiken, sondern zeigt überwiegend Einwärtsgekehrte, real und auch gedanklich. Was diese Rückzugsentwicklung angeht, ist die "Frierende Alte" ein bedeutender Schritt auf diesem Weg. Der Betrachter blickt auf ein formal extrem reduziertes Motiv, das zugleich den Zenit seines Bemühens um Selbstschutz und Unangreifbarkeit bildet, eine echte Block- oder Kernplastik. Die Vollgültigkeit der Motivwirkung kann - das wäre ganz typisch für Barlach - aus einem kurzen Hinschauen auf eine Frau in dieser Körperhaltung entstanden sein. Bereits 1908 findet sich in einem Skizzenheft eine gezeichnete Vorstufe. Der Künstler schreibt im 18. Kapitel seiner "Güstrower Fragmente" dazu: "Ich fange eine Chiffre mit den Augen auf, und sie wird im Dunklen meines Ich übersetzt und dort verarbeitet. So viel weiß ich, von mir ist für mich der Rahm abgeschöpft, [… nur] das Stück Ewigkeit, das ich mir gegriffen, das ist voll Wert und bekommt seine Patina mit der Dauer, seinen Edelrost, der es nur wunderbarer macht. Ich könnte mein Erlebnis mit einem frisch gewonnenen Skizzenbuchblatt vergleichen, einem glücklichen Handstreich, an dem nichts fehlt oder zuviel ist, weil alles da ist, was Wert hat, - und bin sicher, für mich hat es Dauerwert, selbst wenn es dem Gewöhnlichen abgezwungen oder aus der Langeweile herausgeblitzt ist, wie das immer wieder vorkommt und mir klarmacht, daß in allem ein Geheimnis steckt, das seinen Sinn im Ewigen und Jenseitigen vom Menschlichen hat."
(Auszug aus dem Text von Horst Müller)


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