Winterabend (Fischerhuder Kirche)

Otto Modersohn

"Winterabend (Fischerhuder Kirche)", 1940

Öl auf Leinwand

56 x 74 cm / gerahmt 75 x 93 cm

unten rechts signiert, datiert "O Modersohn 40"
Expertise Rainer Noeres vom 30. 01. 2016,
Otto Modersohn Museum, Fischerhude

- mit Modellrahmen -

N9196

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Über das Werk

1940, drei Jahre vor seinem Tod, schuf Otto Modersohn den "Winterabend" - ein Gemälde in der typischen gedeckten, geradezu luziden Farbpalette seines Spätwerks. Die Landschaft präsentiert sich im abendlichen Dämmerschein, Schnee bedeckt Wiesen und Wege, Bäume, Mauern und Dächer und scheint jeglichen Laut zu schlucken. Am schweren, rosa-grau verhangenen Himmel kündigt sich bereits neuer Schneefall an. Geradezu meisterhaft erfasst der Maler die stille, melancholische Stimmung eines Wintertages kurz vor Einbruch der Dunkelheit. Aber nicht nur farblich, auch motivisch und kompositorisch ist das Gemälde von besonderem Reiz. Es zeigt zur Rechten die Fischerhuder Dorfkirche mit dem kleinen Friedhof sowie das Heimathaus zur Linken - ein Ensemble, das genauso immer noch im Ortszentrum zu finden ist. Es wird heute gesäumt vom Cato Bontjes van Beek-Weg - benannt nach der in Fischerhude geborenen Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus, einer Nichte von Otto Modersohn, die 1943 in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde.
Das Heimathaus - ein bäuerliches Anwesen mit einem anheimelnden reetgedeckten Krüppelwalmdach, 1550 erbaut und 1768 auf seine heutige Größe erweitert - stammte ursprünglich aus dem Besitz der alteingesessenen, wohlhabenden Familie Tietjen. Heute beherbergt es das Fischerhuder Heimatmuseum. Die biedermeierliche Liebfrauenkirche wurde 1841 an Stelle einer alten Kapelle errichtet, ergänzt 1864 durch einen Kirchturm und 1886 durch eine Apsis mit hohen Rundbogenfenstern. Charakteristisch ist auch die Umfriedung des Kirchhofs mit den 39 barocken Grabsteinen, die nach dem Kirchenbau aus der benachbarten Gemeinde Wilstedt zurückgeholt und in die Mauer integriert worden waren.
Nach eigenem Bekunden war Otto Modersohn in seinen letzten Lebensjahren vor allem daran gelegen, das nur "Geahnte" und "Angedeutete" ins Bild zu bringen. So arbeitete er in seinen späten Schaffensjahren ausschließlich im Atelier: aus der Erinnerung oder anhand von Kompositionszeichnungen und Skizzenblöcken. So auch in diesem Bild, das seine kompositorische Dichte aus der souveränen Verknüpfung landschaftlicher und architektonischer Elemente gewinnt. Während das filigrane Geäst der großen Laubbäume zur Linken und im Hintergrund geradezu körperlos in den Abendhimmel hineinragt, bilden die beiden Nadelbäume in der Mitte mit ihren schweren, unter der Schneelast sich biegenden Ästen den Übergang zur festen, kubischen Architektur der Kirche. Als zentralperspektivisches Element der Darstellung windet sich die Dorfstraße aus dem Vordergrund in die Tiefe des Bildes hinein. Und wie so häufig im Werk des überzeugten Landschaftsmalers taucht auch hier die menschliche Figur nur als eine kleine Silhouette auf. "Konzeption", hatte der Maler 1935 betont, "alles im Bilde muss in Beziehung zueinander stehen. Naturwahrheit allein ist nichts in der Kunst. Form und Farbe müssen Reize haben und persönlich sein."
(Doris Hansmann)


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