black, white, yellow, blue

Kuno Gonschior

"black, white, yellow, blue", 1991/1993

Öl und Wachs auf Leinen

115 x 95 cm

signiert, betitelt, datiert

N9198

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Über das Werk

Seit seiner Studienzeit experimentiert Kuno Gonschior mit verschiedensten Farbpigmenten und Substanzen. Neben Öl und Acryl kommen Eigelb und Wachs hinzu, später auch Gel, das die Farben glänzend und durchscheinend-volumig, in ihrer Konsistenz aber auch immaterieller erscheinen lässt. Auch der Malgrund wird variiert, von unterschiedlich vorbehandelter Leinwand bis hin zu naturbelassenem, ungrundiertem Segeltuch.
Gonschiors Farb-Untersuchungen streifen zweifellos Bereiche der Op-Art, die in den 1960er Jahren die Prinzipien der visuellen Wahrnehmung thematisiert. Aber Gonschior geht weiter, als nur das Sehen herauszufordern und optische Irritation hervorzurufen. Ihm geht es um die Wirkung der Farbe und ihren Einfluss auf andere Farben. Damit steht er den Theorien des Bauhaus-Künstlers Josef Albers (1888 - 1976) nahe, der die Relativität des Sehens und die Veränderlichkeit unserer optischen Wahrnehmung in Abhängigkeit von äußeren Einflüssen und Beziehungen farbiger Formen untersucht und in der Interaktion der Farben zwischen dem "factual fact", der tatsächlich verwendeten Farbe, und ihrer sichtbaren Erscheinung, dem "actual fact", unterscheidet. Daneben lernt Gonschior aber auch die Theorien des französischen Chemikers Michel Eugène Chevreul (1786 - 1889) kennen, der eine systematische Farbästhetik über den Simultankontrast der Farben entwickelte.
In diesem Bild bilden die blauen und gelborange erscheinenden Farbtupfen ebendiesen maximal wirksamen Komplementärkontrast, in dem sich die beiden komplementären Farben in ihrer Wirkung gegenseitig steigern. Vor dem neutralen Untergrund und durch den getupften Farbauftrag wirkt die Farbe von jeder Bindung an Form oder Fläche befreit schwebend und bildet ein dichtes, mit dem Auge nicht fassbares dynamisch-offenes Farb-Aktionsfeld, das auch auf die eigentlich farblosen weißen und schwarzen Punkte ausstrahlt. Sie erscheinen nicht mehr neutral farblos, sondern werden von unseren Augen durch den physikalischen Nachbild-Effekt farbig schimmernd wahrgenommen. Somit macht Gonschiors Bild Sehprozesse bewusst.
(Eva Müller-Remmert)

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