Ohne Titel

(Armand Pierre Fernandez) Arman

"Ohne Titel", 1990

Accumulation mit Acrylfarbtuben und Acrylfarbe auf Leinwand

120,7 x 90,2 x 9 cm / gerahmt 133 x 102 x 11 cm

rückseitig signiert
WVZ Archiv Arman Studios, N. Y., Nr. 8031.90.002

- mit Modellrahmen -

N9211

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Über das Werk

Mit Objektbildern aus Alltagsgegenständen machte der 1928 in Nizza geborene und 2005 in New York gestorbene Armand Pierre Fernandez, der sich Arman nannte, in den späten 1950er Jahren auf sich aufmerksam. Nach der Werkserie der "poubelles" ("Abfalleimer") - Assemblagen aus verschiedenen gebrauchten Gegenständen und Abfallmaterialien - folgte Anfang der 60er Jahre die Werkgruppe der "accumulations" ("Anhäufungen"), in denen der Künstler gleichartige Gegenstände in durchsichtigen Behältnissen zusammenfügte. Gemeinsam mit Yves Klein, César, Jean Tinguely und Daniel Spoerri gehörte Arman um 1960 in Paris zu den Begründern des "Nouveaux Réalisme". Die Künstler waren fasziniert vom Banalen und Trivialen der Alltagswelt und Konsumgesellschaft und sahen darin einen neuen Rohstoff für ihre Kunst, mit dem sie zugleich den herkömmlichen Kunstbegriff provokant erweiterten und sich dabei auf die Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts, allen voran auf die Kubisten und Dadaisten, beriefen.
Mit seinen Anhäufungen von gesammelten Objekten und Gegenständen erkundete Arman die experimentellen Möglichkeiten des Materialbildes im Kontext der abstrakten Kunst. Stets zielte er darauf ab, durch die dichtgedrängte Komposition der Dinge den einzelnen Gegenstand auf seine Zweckmäßigkeit, Gestalt und Bedeutung zu hinterfragen. Im vorliegenden, unbetitelten Werk von 1990 montierte Arman eine große Anzahl von Farbtuben so auf die Leinwand, dass ihre Anordnung und Häufung von oben nach unten sukzessive abnimmt. Durch das scheinbare Herabfließen der ausgedrückten Farbmaterie entwickelt sich die Wirkung eines unmittelbaren, gleichsam spontanen Arbeitsprozesses. Die Reduktion auf gelbe und schwarze Acrylfarben sorgt für eine intensive und kontrastreiche Signalwirkung des Bildes. Die massive Pastosität der Farben verleiht dem Werk im Zusammenspiel mit den Tubenkörpern einen reliefhaften Charakter und pulsierenden Rhythmus. Indem Arman Farbbehältnisse verwendete, erreichte er eine verblüffende Gleichsetzung von Motiv und Abbildung, Werkstoff und Bildthema. Die Vielzahl der Gegenstände schärft unseren Blick für das gezeigte Objekt, während das Einzelstück dabei paradoxerweise in der Masse untergeht. Nicht ohne hintergründige Ironie und Witz macht Arman in seinen Akkumulationen deutlich, dass gleiche Gegenstände, die den gleichen Funktionscharakter haben, in ihrer äußeren Erscheinung keineswegs gleich sind, sondern individuelle Erscheinungs- und Ausdruckswerte besitzen, die wiederum erst in der Anhäufung sicht- und erlebbar werden. Auch wenn die Farbtuben nach Gebrauch scheinbar wertlos geworden sind, so erfahren sie im Kontext der künstlerischen Gestaltung eine neue, überraschende Bedeutung.
(Andreas Gabelmann)

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