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Heuernte am Gailenberg
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Otto Modersohn

"Heuernte am Gailenberg", 1933

Öl auf Leinwand

70 x 50 cm / gerahmt 91 x 71 cm

signiert, datiert
Expertise Rainer Noeres vom 6. 3. 2016,
Otto Modersohn Museum, Fischerhude

N9230


Über das Werk

Das Bild zeigt einen - für die Allgäubilder Otto Modersohns - ungewöhnlichen Blick auf den Gailenberg mit seinen Heuschobern aus der Untersicht im Hochformat. Zwei Drittel vom Hang sind in differenzierten kühlen und wärmeren Grüntönen in seiner Bewegttheit durch Bodenwellen und der sich hinaufwindenden Reihe von Büschen und einen zentral gesetzten Heuschober definiert. Darüber ragt ein Tannenwald als Abschluss, und die aufstrebenden Tannen finden eine Entsprechung in dem zentral gesetzten Wolkenberg vor tiefblauem Himmel. Ein warmer Sommertag mit aufziehenden Gewitterwolken zeigt Bäuerinnen beim Zusammenrechen der Heureste. Die Felder sind gemäht und die Ernte konnte rechtzeitig vor dem Gewitterregen eingebracht werden. Bis heute sind die am Gailenberg ansässigen Landwirte bestrebt, diese einzigartige Kulturlandschaft zu pflegen und zu erhalten.

Otto Modersohn im Allgäu
Otto Modersohn gilt gemeinhin als der Maler des Worpsweder Moores und der Fischerhuder Wümmeniederung. Über einen Zeitraum von 30 Jahren bestimmen diese nah beieinander liegenden und doch so verschiedenen Orte der norddeutschen Tiefebene mit ihrem strengen topographischen Charakter, den Flussläufen, den Überschwemmungen und dem hohen Himmel seine Kunst. In den 1920er Jahren folgen, zuerst 1922 auf Anregung des Hamburger Malers Ahlers-Hestermann und seiner Frau Alexandra-Povorina, gemeinsame Studienreisen nach Franken (Wertheim), später, bis 1927 - immer gemeinsam mit seiner dritten Frau Louise Modersohn-Breling - auch nach Sulzfeld, Iphofen, Würzburg und in das Allgäu nach Oberjoch und Kempten. Die erste gemeinsame Reise in die Gebirgswelt der Allgäuer Alpen im Jahr 1925 hinterlässt bei beiden einen tiefen Eindruck. Die Faszination, die diese kontrastreiche Berglandschaft auf ihn ausübt, soll annähernd zehn Jahre andauern. Insbesondere Louise Modersohn drängt in den folgenden Jahren auf einen Umzug in den Süden. Im Jahr 1930 erwirbt Otto Modersohn auf dem Gailenberg bei Hindelang als zweites Familien-Domizil ein 500 Jahre altes Bauernhaus, das seine Frau mit knappen Mitteln und viel Geschick einrichtet und bewirtschaftet. Otto Modersohn ist aber der Landschaft um Worpswede und Fischerhude zu sehr verbunden, als das er den Wohnsitz dort ganz auf-geben könnte und malt nur vom Frühjahr bis zum Herbst am Gailenberg. Die Wintermonate verbringt er in Fischerhude.Das Allgäu bringt für Otto Modersohn neue Anregungen. Die am Gailenberg empfangenen Eindrücke beflügeln seine Schaffenskraft. Es entstehen Bilder, die nicht allein von den Motiven her einen deutlichen Neuansatz in seinem Spätwerk markieren. "Die Landschaft im Gebirge ist dramatischer, packender", heißt es in einer Tagebucheintragung vom Mai 1934: "im Gebirge: Form durch Aufsicht, Verschiebung, ferne Berge, reicher, mannigfaltiger, stärker - ebenso die Farbe ..."
Er erfährt in den Bergen eine Steigerung der Empfindung, die das Elementare der Landschaft im Wechsel der Witterung und der Tageszeiten mit einer seltenen Direktheit und Naturbeobachtung erfasst. Das Bergmotiv kommt einer flächigen Staffelung des Bildaufbaus entgegen, wird aber durch die räumlich-atmosphärische Auffassung modifiziert. In den Gebirgsbildern verschmelzen unmittelbare Naturbeobachtung und innere Vorstellung. Er entdeckt die gestaffelten Landschaftsperspektiven der Bergwelt. Ihn reizt das jahreszeitliche Ineinandergreifen von Frühlingswiesen, blühenden Obstbäumen bei gleichzeitigem Schneefall, und die atmosphärische Spannung zum Beispiel sonnendurchtränkter Felder und regenverhangener Bergwände zur Gestaltung immer durchdrungenerer Bildräume. Sein Wunsch nach Vertiefung, nach Innerlichkeit, hat Bilder ermöglicht, die ihre Berechtigung außer der Zeit haben. Es manifestiert sich ein Wirklichkeitsverständnis, das eine ungewöhnliche Dichte und Stimmigkeit in der Naturauffassung bewirkt. Sie sind wie der Schlußakkord eines erfüllten Lebens, das für den Einklang mit sich und der Natur einen angemessenen Ausdruck fand.
(Antje Modersohn)


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