Birkengruppe vor rotem Haus
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Fritz Overbeck

"Birkengruppe vor rotem Haus", o. J.

Öl auf Malpappe

45 x 65 cm / gerahmt 63 x 83 cm

unten links bezeichnet "2.9.6",
unten rechts signiert "F. Overbeck"
Expertise G. Overbeck (Enkelin),
vom 6. 8. 2015
Freunde des Overbeck-Museums, Bremen 2010,
WVZ Fritz Overbeck - Ölstudien auf Karton - ,
W3 (295), Seite 9 mit Abb.

- mit Modellrahmen -

N9238


Über das Werk

Fritz Overbeck ist durch und durch Landschaftsmaler. Schon während seines Studiums an der Düsseldorfer Akademie von 1889 bis 1892 widmet er sich ganz und gar der Darstellung der Landschaft; in den Worpsweder Jahren von 1894 bis 1905 schließlich wird er zu dem Maler, den wir heute kennen und schätzen. Seine ganze Liebe gilt der umgebenden Natur: der niedersächsischen Flachlandschaft, den Wiesen und Feldern, dem Teufelsmoor mit seinen intensiven Farben, den dramatischen Wolkenformationen, den schnurgeraden Kanälen, den zarten und knorrigen Birken sowie den in die Ebene geduckten Moorkaten.
Der effektvoll durchkomponierten akademischen Landschaftskunst seiner Lehrergeneration kehrt er schon früh den Rücken, zieht hinaus in die Natur und arbeitet unter freiem Himmel. Zusammen mit seinen Worpsweder Malerfreunden entwickelt er neue Aspekte der Landschaftsmalerei, geprägt durch den weitgehenden Verzicht auf die menschliche Figur, das Fehlen eines perspektivischen Fluchtpunkts und eine wie zufällige, betont lapidare Ausschnitthaftigkeit des Bildmotivs. "Birkengruppe vor rotem Haus" vereint diese Kompositionsmerkmale in einer charakteristischen Worpsweder Landschaftsszene, erfasst in zügiger Malweise und lockerem Pinselduktus, in der grün-braunen Tonigkeit des Teufelsmoors. Im Vordergrund, bildparallel in rhythmischer Reihung angeordnet eine Birkengruppe - filigrane junge Bäume ebenso wie alte, knorrige Stämme; erst dahinter, fast verdeckt von dem bildprägenden Geflecht der Birken, entdeckt man das rote Haus.
Es sind die typischen "abgeschnittenen" Bäume, die so häufig in Overbecks Werk zu finden sind und die der Künstler als die Frucht seiner Worpsweder Malstudien empfand. "Die Birken aber", bemerkte schon Rainer Maria Rilke in seiner berühmten Worpswede-Monografie treffend, "denen man ansieht, daß sie im Wehen gewachsen sind, zeugen von hundert Sturmtagen und Sturmnächten. Immer wieder findet man sie bei ihm, diese viel zu langen Birken mit den Bewegungen des Windes, dem sie nachgegeben haben und über den sie schließlich doch wieder hinausgewachsen in lautlos stehenden Sommertagen."
(Doris Hansmann)


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