Winterlandschaft
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Otto Modersohn

"Winterlandschaft", 1942

Öl auf Leinwand

56 x 74 cm / gerahmt 75 x 95 cm

unten rechts signiert, datiert "O Modersohn 42"
Expertise Rainer Noeres, Otto Modersohn Museum 04. 01. 2017

- mit Modellrahmen -

N9252

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Über das Werk

Otto Modersohn war ein - bis ins hohe Alter - sehr produktiver Maler, dessen Motivwahl sich auf die Bilder des Moores in immer wandelnder Variation und die Darstellung seiner Fischerhuder Umgebung bezieht. Seit der Netzhautablösung am rechten Auge im Jahr 1936 malt Otto Modersohn ausschließlich am Vormittag im Atelier. Nachmittags durchstreift er mit dem Zeichenblock das Dorf und skizziert mit schnellem Strich, wie in Kurzschrift, das Gesehene. Der Abend war dann seinen "Kompositionen" vorbehalten, die er auf billigem Nutzpapier, Biefumschlägen etc. mit wenigen Kohle-, Kreide- oder Rötelstiften zu Papier brachte. Zwei oder drei dieser Kompositionszeichnungen legte er am Abend zur Seite, um sie am nächsten Morgen zu malen. So auch in diesem Fall: Die Kompositionszeichnung zeigt einen anderen kompositorischen Aufbau. Wie in einer Draufsicht rutscht die Horizontlinie in obere Bilddrittel (sh. Kat. OM-Zeichnungen Seite 250, Nr.166).
Anders das Bild: Otto Modersohn verlegt die Horizontlinie zur Bildmitte. Die Straße nach Sagehorn - ein Ort westlich von Fischerhude mit eigener Bahnstation - wird nun von weiter unten gesehen und damit die Draufsicht aufgehoben. Sie führt nun auf einem dunklen, baumbestandenem Damm von rechts etwas über die Bildmitte hinaus, nach links zur Horizontlinie. Die in der Komposition nur angedeutete Figurenstaffage wird übernommen.
Ob die drei Männer im Schnee dem fernen Bahnhof oder dem nicht so fernen Lokal am Backsberg zustreben, um sich beim Grog in der Wirtsstube aufzuwärmen, mag der Fantasie des Betrachters überlassen bleiben. Atmosphärisch zeigt uns Otto Modersohn einen grauen Wintertag mit tief hängenden Wolken mit vereinzelt gesetzten Vögeln darin. Der Schnee und die darunter befindliche Eisfläche beginnen zu tauen. Das blaugrünliche Tauwasser wird den Scheitel der Brücke bald erreicht haben und die Wiesen mitsamt der Straße weitflächig überschwemmen. Otto Modersohn besaß die Imagination, dies alles glaubhaft aus der Erinnerung zu malen. Einzig der Blick aus dem Atelierfenster mag ihm atmosphärische Anhaltspunkte gegeben haben.Schon sieben Jahre zuvor, am 5. Mai 1935, notiert Otto Modersohn in seinem Tagebuch: "Konzeption - alles im Bilde muß in Beziehung zueinander stehen. […] Es liegt im feinen Gefühl für Farbe, Form und Technik. - Der Winter in Fischerhude ist mir lieber als der Sommer."
"Modersohns Bilder sind Seelen-Bilder, Seelen-Bewegungen. Der Winter (…) ist kein jahreszeitlicher, er ist ein Seelen-Winter" - so Dr. Erich Franz in seiner Rede zur Eröffnung am 15. Dezember 2012 zur Ausstellung des Spätwerks im Otto-Modersohn-Museum in Fischerhude.
(Rainer Noeres)


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