Alter Wümmearm im Sommer
mehr Bilder

Christian Modersohn

"Alter Wümmearm im Sommer", 1969

Aquarell auf Papier

62 x 43,5 cm / gerahmt 84 x 65 cm

unten links signiert "Modersohn 69"

N9170


Über das Werk

Immer wieder bis ins hohe Alter malte Christian Modersohn am Ufer des Nordarms der Wümme. Häufiger am Abend, mit dem Blick nach Westen. Dies ist eines der wenigen Aquarelle mit dem Blick nach Osten. Er malte es vermutlich um die Mittagszeit vom Deich des alten, nicht begradigten Arms der Wümme, rechts die hohen Eichen der hinteren Bredenau, an deren Ende sein Wohnhaus und seit 1974 auch das Otto Modersohn Museum zu finden sind. Beeindruckend ist die Sicherheit, mit der der Maler die Spiegelung der Bäume im Wasser darstellt, wie er das Sonnenlicht, das durch das Laubwerk der großen Eichen fällt, mit den Grüntönen in all ihren Schattierungen eingefangen hat. Es ist ein besonderes Motiv im von ihm selten gewählten Hochformat. In nächster Nähe befindet sich auf der rechten Seite das Atelierhaus der Bildhauerin und Malerin Clara Rilke-Westhoff, der Ehefrau Rainer Maria Rilkes und Freundin Paula Modersohn-Beckers. Clara Rilke zog es 1919 nach Fischerhude, wo ihre Mutter ebenfalls ein kleines Wochenendhaus an der Wümme im Ort besaß. Rilke lebte bereits seit Jahren von seiner Frau getrennt, war nie in ihrem Haus, zu dem er aber den Hausspruch: "Da vieles fiel, fing Zuversicht mich an, dass ich darf, ich kann!" beisteuerte.
Christian Modersohn war häufiger Gast der Leseabende Clara Rilke-Westhoffs, an denen sie Gedichte ihres Mannes rezitierte und aus seinen Briefen über Rodin und Cézanne vorlas. Heute befindet sich dort das Café im Rilke-Haus, dessen regelmäßiger Besucher Christian Modersohn war. Gerne erzählte er dort von seinen Begegnungen mit Clara Rilke-Westhoff und ihren legendären Leseabenden, indem er die von ihm verinnerlichten und von Clara Rilke-Westhoff überlieferten Sätze Rodins zitierte: "Der Künstler kann nur das erinnern, was von dem gleichen überströmenden Gefühl erfüllt ist, wie er selbst. In der ganzen Natur vermutet er ein großes, dem seinen ähnelndes Herz. Es gibt keinen lebendigen Organismus, keinen leblosen Gegenstand, keine Wolke am Himmel, keinen Grashalm auf der Wiese, nichts, das ihm nicht eine in allen Dingen verborgene riesengroße geheime Macht verriete. Ein Blick auf die Meisterwerke der Kunst überzeugt; ihre ganze Schönheit entspringt nur dem Willen, den ihre Schöpfer im Universum zu ahnen geglaubt haben. Ich füge mich dem Gedanken, nur ein Glied in der Kette zu sein. Könnte ich doch dazu beigetragen haben, Einsicht und Unterordnung in die Kunst einzuführen! Und möge ich doch gehört werden, wenn ich die Einfachheit als Grundbedingung des Glückes und der Schönheit predige. Denn der Geist kann nur unter einer Bedingung fortschreiten, daß der Gedanke sich still und geduldig an das Denken vergangener Generationen anreihe."
(Antje Modersohn)


Weitere Arbeiten von Christian Modersohn

Anfrage stellen

Vielen Dank für Ihr Interesse an Modersohn, N9170.
Bitte senden Sie ein Email an info@gallery-neher.com oder füllen Sie unser Formular aus:

Sie erhalten automatisch eine Kopie Ihrer Anfrage an die von Ihnen eingetragene Mailadresse.
∗ Pflichtfeld

Immer informiert

Abonnieren Sie unseren Newsletter und/oder neue Meldungen zu ausgewählten Künstlern!

Anfragen stellen

Sie erhalten automatisch eine Kopie Ihrer Anfrage an die von Ihnen eingetragene Mailadresse.
∗ Pflichtfeld

Merkliste

Ihre Merkliste enthält noch keine Kunstwerke.

Auf unserer Unterseite "Künstler & Werke" können Arbeiten für die Merkliste ausgewählt und unverbindlich angefragt werden. Informationen über einzelne Kunstwerke erhalten Sie dort auch über unseren direkten Anfrage-Button.

Seite weiterempfehlen

Empfehlen Sie diese Seite weiter.
Sie erhalten automatisch eine Kopie an Ihre eigene Mailadresse.

∗ Pflichtfeld