Kinderspiel - Louise Modersohn-Breling, Mathilde/Tille und Elsbeth Modersohn
mehr Bilder

Otto Modersohn

"Kinderspiel - Louise Modersohn-Breling, Mathilde/Tille und Elsbeth Modersohn", um 1911

Öl auf Malpappe

34 x 50 cm / gerahmt 42 x 67 cm

unbezeichnet
Expertise Rainer Noeres vom 10.03.2018,
Otto Modersohn Museum, Fischerhude

- mit Modellrahmen -

N9334


Über das Werk

Gemeinsame Darstellungen seiner zweiten Frau Paula Modersohn-Becker (1876-1907) und seiner Tochter aus erster Ehe mit Helene Schröder (1867-1900), Elsbeth (1898-1984), gibt es nur sehr wenige. Die Fischerhuder Familienbildnisse der Jahre 1908 bis 1925, mit seiner dritten Frau Louise Modersohn-Breling (1883-1950), seinen Töchtern Elsbeth und Mathilde (1907-1998) bilden hingegen eine kleine Werkgruppe.
Das vorliegende Bild, eine Freilichtstudie, gemalt um 1911, zeigt eine geradezu arkadisch anmutende Szene in den sonnigen Fischerhuder Wümmewiesen. Bäuchlings liegt vor einem Busch Louise Modersohn-Breling in magentafarbenem Kleid. Ihr Kopf ist dem Maler zugeneigt. Vor ihr, in der rechten Bildhälfte, tanzen im Schatten eines hohen Baumes die beiden Halbschwestern Elsbeth und Mathilde, sich an den Händen haltend, im Kreis. Die Kinder, in leichten, luftigen Kleidern, genießen die Wärme des Sommertages. Mathilde Modersohn, genannt Tille, ist die Tochter Otto Modersohns aus der Ehe mit Paula Modersohn-Becker von 1901-1907. Die ersten vier Jahre ihres Lebens verbrachte Tille in Basel, in der Obhut der älteren Schwester Paula Modersohn-Beckers, Milly Rohland-Becker, die ebenfalls 1907 eine Tochter bekommen hatte und so in den ersten Lebensmonaten Tilles Amme sein konnte. Nach den schweren Schicksalsschlägen durch die Verluste seiner beiden ersten Ehefrauen, hielt Otto Modersohn nichts mehr im Worpsweder Trauerhaus, und er zog 1908 nach Fischerhude, um sein Leben neu zu ordnen.
Seine dritte Frau Louise Breling, war die zweitälteste Tochter des Malers Heinrich Breling und ausgebildete Oratoriensängerin. Das Ehepaar beschloss im Frühjahr 1911, Mathilde zu sich zu nehmen. Man mag ermessen, was es für die Vierjährige bedeutete, zwei Fremden gegenüberzustehen, die behaupteten, ihre wirklichen Eltern zu sein und zu denen sie von nun ab auch Vater und Mutter sagen sollte. Es muss für Sie ein Schock gewesen sein, nach den glücklichen Jahren unter dem Dach einer intakten Familie. Sie kam sich fremd und verlassen vor. Und andererseits wird es auch Otto Modersohn und seiner neuen Frau an zärtlicher Nähe, wie man sie nur zum eigenen Kind in den ersten Jahren entwickeln kann, gemangelt haben. Tille mag dies gespürt haben. Sie war ein widerständiges Kind, das eigentlich nur zurück zur eigentlichen Mutter nach Basel wollte. Louise Modersohn-Breling geriet ungewollt in die Rolle der "bösen Stiefmutter", nichts konnte sie der kleinen Ziehtochter recht machen.
Zu ihrem Glück war da noch Elsbeth, Otto Modersohns Tochter aus erster Ehe mit Helene Schröder, deren verwandtschaftliche Beziehung der kleinen Tille aber auch fremd bleiben musste; lebte ihre Seelenschwester doch in Basel und hieß Jane.
Auch Elsbeth fühlte den Verlust ihrer Mutter - denn als solche empfand sie Paula Modersohn-Becker - schmerzlich und fühlte sich zudem durch die neue Schwester, die als Tochter der berühmten Malerin so viel Aufmerksamkeit bekam, etwas verdrängt. War sie es doch bisher, die durch die Verewigung auf einigen Bildern Paulas vorher bestaunt wurde. Manch kleine Unbotmäßigkeit gegen die neue Frau an der Seite ihres Vaters wurde gemeinsam ausgeheckt. Nichts von dieser spannungsgeladenen Situation ist in diesem Bild zu spüren, das von Einklang und gegenseitiger Zuneigung zeugt.
(Rainer Noeres)


Weitere Arbeiten von Otto Modersohn

Anfrage stellen

Vielen Dank für Ihr Interesse an Modersohn, N9334.
Bitte senden Sie ein Email an info@gallery-neher.com oder füllen Sie unser Formular aus:

Sie erhalten automatisch eine Kopie Ihrer Anfrage an die von Ihnen eingetragene Mailadresse.
∗ Pflichtfeld

Immer informiert

Abonnieren Sie unseren Newsletter und/oder neue Meldungen zu ausgewählten Künstlern!

Anfragen stellen

Sie erhalten automatisch eine Kopie Ihrer Anfrage an die von Ihnen eingetragene Mailadresse.
∗ Pflichtfeld

Merkliste

Ihre Merkliste enthält noch keine Kunstwerke.

Auf unserer Unterseite "Künstler & Werke" können Arbeiten für die Merkliste ausgewählt und unverbindlich angefragt werden. Informationen über einzelne Kunstwerke erhalten Sie dort auch über unseren direkten Anfrage-Button.

Seite weiterempfehlen

Empfehlen Sie diese Seite weiter.
Sie erhalten automatisch eine Kopie an Ihre eigene Mailadresse.

∗ Pflichtfeld