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Stehende Bauern

Ernst Ludwig Kirchner

"Stehende Bauern", 1920/1922

Kreide auf Papier

38,1 x 50 cm / gerahmt 82 x 70 cm

signiert

- mit handgearbeitetem Modellrahmen und spiegelfreiem,
UV Strahlen absorbierendem Glas -

N9262

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Über das Werk

Nach der tiefen Lebenskrise während der späten Jahre in Berlin fand Ernst Ludwig Kirchner ab 1918 in den Schweizer Bergen bei Davos Ruhe und Erholung sowie bis an sein Lebensende eine zweite Heimat. Auf der Stafelalp oberhalb des Dorfes Frauenkirch bezog er zunächst eine angemietete Almhütte, ab 1920 waren dann das wenig unterhalb der Stafelalp gelegene Bauernhaus „In den Lärchen” und ab 1923 das Haus „Auf dem Wildboden” auf der gegenüberliegenden Talseite seine Domizile. Fernab der deutschen Großstadt und des Trubels im mondänen Höhenkurort Davos war Kirchner nun in das einfache Leben und Arbeiten der Bergbauern eingebunden. Als schöpferisch tätiger Mensch fühlte er sich ihnen zugehörig und hielt in den Folgejahren ihr naturverbundenes, ursprüngliches Dasein und Tun in zahl­reichen Werken fest. „Ich bin so froh und glücklich hier zu sein und zu bleiben”, ließ er im Juli 1919 den befreundeten Architekten Henry van de Velde wissen. Mit neuer Ausdruckskraft stürzte er sich in die Arbeit. Die Bilder der Jahre um 1920 atmen noch den nervös-dynamischen Großstadtexpressionismus der Berliner Zeit. Exemplarisch äußert sich dies in Zeich­nungen wie der vorliegenden Darstellung eines Bauernpaares vor der Kulisse der steilen Alpwiesen und lichten Bergwälder in der Umgebung der Stafelalp. Mit ­
zügig-zupackendem Strichgestus bannte Kirchner Figuren und Natur auf das Blatt. Über eine erste, etwas zarter und teils flächig angelegte Unterzeichnung setzte er mit energischem Ausdruckswollen eine zweite, festere Umrisszeichnung, welche die Konturen der Personen und Landschaftselemente mit klarem, harten Linienduktus in der Fläche verankerte. Flüchtige Strichfragmente erscheinen im spannungsreichen Zusammenspiel mit exakt beobachteten und prägnant gesetzten Linien. Formatfüllend, beinahe monumental beherrschen Mann und Frau gleichsam als zeichenhafte Sinnbilder eines unverstellten Lebens in und mit der Bergnatur das Bildformat. Nach den hektisch-eruptiv aufgelösten Motivzeich­nungen früherer Jahre hat Kirchner nun zu einer neuen, die Form mehr verfestigende und stärker flächig beruhigten Bildsprache gefunden, die im weiteren Verlauf der 1920er Jahre ­seinen Stil ganz wesentlich prägen sollte.
Und so ist die großformatige Kohlezeichnung ein qualitäts­volles Beispiel für jene bedeutsame Übergangszeit zwischen den Hauptschaffens­phasen in Berlin und Davos.
(Andreas Gabelmann)


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