Zwei Mädchen im Sertig-Tal
mehr Bilder

Ernst Ludwig Kirchner

"Zwei Mädchen im Sertig-Tal", 1926

Farbkreide auf Papier

50,6 x 38,7 cm / gerahmt 69 x 54 cm

rückseitig Nachlass-Stempel und Nummerierung
in Tinte "FS Da/BF3", mit Bleistift nummeriert "K 5996"

N9265

Nicht mehr im Angebot

Über das Werk

Die vorliegende Szene zweier weiblicher Akte in freier Natur fing Ernst Ludwig Kirchner im Sommer 1926 im Sertig-Tal bei Davos ein. Dieser enge und wildromantische Taleinschnitt entlang des Sertigbaches zweigt bei Frauenkirch vom Davoser Haupttal in südöstlicher Richtung ab und mündet auf den knapp 2800 Meter hoch gelegenen Sertig-Pass. Am Taleingang hatte Kirchner seit 1923 sein Domizil im Haus "Auf dem Wildboden". Jener einsame und ursprüngliche Talwinkel mit seiner unberührten Bergnatur aus Arvenwäldern, Lichtungen und Bachläufen bot ideale Bedingungen zum ungestörten Nacktbaden und zum Studium des menschlichen Körpers in seiner ganzen unverstellten Natürlichkeit. Gerne nutzte Kirchner in den 1920er und 1930er Jahren dieses Terrain zum Zeichnen und Malen. Das intensive Erlebnis der Aktfiguren in raschen, unbekümmerten Bewegungen und spontanen Haltungen fernab einstudierter Posen und im Einklang mit der archaischen Landschaft lieferte dem Künstler entscheidende Impulse für seine Arbeit.
"Ich glaube, daß ich das Wirkliche, das Eigentliche der Dinge und Wesen besser erfassen kann, wenn ich sie beobachte, ohne dass sie wissen, das sie beobachtet werden", erklärte Kirchner 1925 über den Zustand des unbemerkten Beobachtens, der zugleich von einem von tiefem Vertrauen geprägten Miteinander kündet. In den Sommermonaten Juli bis September 1926 weilte der Künstlerfreund und Malschüler Paul Camenisch aus Basel zu Besuch und hatte auf ausdrücklichen Wunsch von Kirchner seine Freundin Martha mitgebracht. Gemeinsam mit Kirchners Lebensgefährtin Erna Schilling zog man ins Sertigtal und verbrachte dort die Sommertage. Die freizügigen Aufenthalte in der Natur, bei denen auch die Maler nackt badeten, entsprachen der Idealvorstellung einer harmonischen Einheit von Leben und Kunst, abseits gesellschaftlicher Konventionen, akademischer Traditionen und tradierter Rollenklischees. Maler und Modell begegneten sich in einer gleichberechtigten Kommunikation, man tanzte, spielte und redete miteinander. Das Resul tat dieser gleichsam paradiesisch anmutenden Lebenswelt sind Zeichnungen wie die Farbkreidestudie "Zwei Mädchen im Sertig-Tal" von 1926. Das glückliche, befreite Lebensgefühl des heiteren Augenblicks floss direkt in die dynamisch-expressive Handschrift  des Künstlers. Mit wenigen, sicher und souverän gesetzten Konturlinien und Strichlagen sind Figuren und Natur auf das Papier gebracht. Eine flüchtige Momentaufnahme, die ganz von der Spontaneität der Beobachtung lebt und das Licht und die Wärme eines Sommertages in den Bergwäldern bei Davos atmet.
(Andreas Gabelmann)


Weitere Arbeiten von Ernst Ludwig Kirchner

Anfrage stellen

Vielen Dank für Ihr Interesse an Kirchner, N9265.
Bitte senden Sie ein Email an info@gallery-neher.com oder füllen Sie unser Formular aus:

Sie erhalten automatisch eine Kopie Ihrer Anfrage an die von Ihnen eingetragene Mailadresse.
∗ Pflichtfeld

Immer informiert

Abonnieren Sie unseren Newsletter und/oder neue Meldungen zu ausgewählten Künstlern!

Anfragen stellen

Sie erhalten automatisch eine Kopie Ihrer Anfrage an die von Ihnen eingetragene Mailadresse.
∗ Pflichtfeld

Merkliste

Ihre Merkliste enthält noch keine Kunstwerke.

Auf unserer Unterseite "Künstler & Werke" können Arbeiten für die Merkliste ausgewählt und unverbindlich angefragt werden. Informationen über einzelne Kunstwerke erhalten Sie dort auch über unseren direkten Anfrage-Button.

Seite weiterempfehlen

Empfehlen Sie diese Seite weiter.
Sie erhalten automatisch eine Kopie an Ihre eigene Mailadresse.

∗ Pflichtfeld