Zwei weibliche Akte
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Ernst Ludwig Kirchner

"Zwei weibliche Akte", 1920/1922

Farbkreide auf Papier

48 x 36 cm

rückseitig Nachlass-Stempel und Bezeichnung
in Tinte "FS Da/Bf 15", mit Bleistift
nummeriert "K 5945, C 3096, 5576"

N9263

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Über das Werk

Die intensive Auseinandersetzung mit der weiblichen Aktfigur, sei es im Atelier oder in der freien Natur, bildete zeitlebens ein zentrales Thema im Schaffen von Ernst Ludwig Kirchner. So auch in den Davoser Jahren ab 1918, als der Künstler seine Lebensgefährtin Erna Schilling sowie Freunde und Bekannte immer wieder als Modelle in Innenräumen oder in der umgebenden Bergnatur darstellte. Stets schöpfte Kirchner dabei aus der unmittelbaren Beobachtung des Momentes, aus dem subjektiven Augenblickserlebnis, die entscheidenden Impulse für seine expressive Umsetzung des Gesehenen. Dies gilt auch für die großformatig auf gelbes Papier gebannte Szene zweier stehender nackter Frauen, die sich im knappen hohen Bildausschnitt einander zuwenden. Das undatierte Blatt dürfte vermutlich um 1925 entstanden sein. Im Juni und Juli diesen Jahres waren der Basler Malerfreund Albert Müller und seine Frau Anni bei Kirchner zu Besuch. Ebenfalls zu den Gästen zählten der Berner Malerkollege Fritz Pauli und dessen Frau. Gemeinsam genoss man den Bergsommer in der unberührten Natur und praktizierte das Aktzeichnen, sowohl im Interieur des Wildbodenhauses, wie auch an reizvollen Stellen der waldreichen Umgebung wie etwa dem Sertigbach. Die vorliegende Figurenstudie könnte dort beim unbekümmerten Nacktbaden entstanden sein.
Kirchners Zeichenstil präsentiert sich weiterhin emotionsgeladen und scheint an die ungestüme Spontaneität der frühen Berliner Jahre anzuknüpfen. Mit dynamischer Strichführung ist das Beobachtete rasch fixiert, Einzelheiten zum Umraum bleiben ausblendet - die Konzentration gilt dem möglichst unmittelbaren Erfassen der ungezwungenen Bewegungen des menschlichen Körpers in seiner ganzen Natürlichkeit. An die Stelle früherer spitzwinkliger Formbrechungen sind nun weich gerundete Umrisslinien getreten, die der Darstellung eine insgesamt mehr ausgeglichene Harmonie und gewisse Eleganz verleihen. Für kraftvoll-expressive Akzente sorgen vor allem die starkfarbigen Kontraste der bläulichen und rosafarbenen Kreidezeichnung auf dem leuchtenden Gelb des Blattes. Den gelben Papierton nutzte Kirchner bereits in seinen Druckgrafiken um 1914/15 zur Intensivierung des Ausdrucks. So atmet die lockere Skizze gleichsam die Wärme und Lichtfülle eines sonnendurchstrahlten Sommertages in den Davoser Bergen: Eine von gesteigerter Lebensfreude erfüllte Atmosphäre. Das Motiv verarbeitete Kirchner 1925 im Holzschnitt „Badende” (Dube H 537).
(Andreas Gabelmann)


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